Vortrag mit Prof.Schimmel

Bericht über den Vortrag von Prof. Schimmel

Der Urknall und die Gottesfrage

 

Die Stiftung hatte viel Werbung gemacht: Plakate in der Einkaufsstrasse bis zum Käppele wiesen auf den öffentlichen Vortrag von Prof. Schimmel aus Karlsruhe hin. Das vollbestuhlte Gemeindehaus hatte Mühe, alle Interessierten aus Nah und Fern unterzubringen. Manch einer gab sich also mit einem Stehplatz zufrieden, um den Ausführungen beiwohnen zu können.

 

Ein Streifzug vom Inneren der Atome bis zum Rand des beobachtbaren Universums. Dazu im Hintergund immer die Frage: kann das zufällig entstehen? Sind die Naturgesetze nur eine Laune der Natur? Gäbe es Leben--und damit den Menschen--auch wenn die Naturgesetze eine andere Form hätten? Für mich als Physiker sind das Fragen, die mich schon lange begleitet haben, nämlich seit der Zeit als ich den Blick zum Sternenhimmel erhob und damit der Unendlichkeit ins Auge geschaut habe.

Woher das Universum kommt? Das ist unter Physikern im wesentlichen unumstritten, wie auch Prof. Schimmel darlegte: die zunehmende Ausdehnung des Kosmos läßt sich messen, und damit auch zurückrechnen.

Was in der Bibel mit "Es werde Licht!" in Worte zu fassen versucht wird, nennt die Wissenschaft den Urknall, welcher vor knapp 14 Milliarden Jahren den Stein und die Sterne ins Rollen brachte. Der beste Nachweis dafür ist die Hintergrundstrahlung, deren Eigenschaften unglaublich präzise mit den Vorhersagen des Urknallmodells übereinstimmen.

 

Seither ist viel passiert: Gaswolken haben sich zu Sternen der ersten Genration entwickelt. Sternansammlungen zu Galaxien, den Sterneninseln, zu denen auch die Milchstraße gehört. In Sternexplosionen wurden die chemischen Elemente erzeugt, aus denen Sie und ich bestehen:

wir sind Sternenstaub im wahrsten Sinne.

 

Damit dies passieren konnte, mußten und müssen die Naturgesetze eine ganz bestimmte Form haben. Wie stark uns die Erde an sich zieht (wir merken es auf der Badezimmerwaage), das läßt wenig Spielraum. Wäre diese Anziehungskraft wesentlich stärker, hätte dies fatale Folgen:

Sterne brennten heißer und kürzer, Zeit für die Entwicklung von Leben gäbe es nicht. Wäre die Anziehungskraft wesentlich leichter, bildeten sich Sterne überhaupt nicht, die Elemente aus denen wir bestehen, der Sternenstaub, existierte nicht. So verhält es sich auch noch mit anderen Gesetzen der Physik. Wären die Naturkonstanten nicht genau so gewählt, wie wir sie messen, der Mensch könnte sich die Frage nach seinem Ursprung nicht stellen, weil er schlicht nicht existierte.

Dieses Phänomen ist unter dem wissenschaftlichen Begriff der Feinabstimmung (der Naturkonstanten) bekannt.

 

Ob das Universum mit der Krone der Schöpfung von einem Gott geschaffen wurde, dazu schweigt der Physiker. Als staunende Seele jedoch ist die

Antwort: das kann kein Zufall sein. Dass nicht nur der Schütze über die Distanz des Universums ins Schwarze treffen kann, sondern auch Prof.

Schimmels reich bebilderter Vortrag die Fragen in den Herzen der Menschen trifft, das wurde im Anschluß spürbar. Eine beträchtliche Menschentraube sammelte sich um ihn herum und er gab noch lange geduldig Auskunft zu den Vorstellungen der Wissenschaft über die Beschaffenheit des Universums. Und Gottes Beitrag dazu.

 

 

Ihr Schirmherr der "Stiftung Evangelische Kirche Endersbach"

Jens Schweikhardt