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der Name St. Agatha

 

Unsere Kirche heißt evangelische St. Agatha Kirche Endersbach und erinnert damit an ein brandheißes Thema: nämlich die zunehmenden Christenverfolgungen, die sich in vielen Ländern der Welt ganz besonders auch gegen die Frauen richten.

Der Überlieferung nach war Agatha [Griech.: »die Gute«] eine bildhübsche junge Frau aus einer wohlhabenden, adligen sizilianischen Familie in Catania. Sie fand wahrscheinlich als christliche Märtyerin in der Christenverfolgung unter Kaiser Decius’ um 250 den Tod.

Die Legende erzählt, sie habe die Brautwerbung des römischen Statthalters Quintianus zurückgewiesen, da sie Christin sei. Derart verschmäht, benutzte Quintianus den kaiserlichen Erlass zur Christenverfolgung, um sie verhaften zu lassen und verkaufte sie an ein öffentliches Bordell.

Auf diese Weise wollte er ihren Widerstand brechen, ihr die Würde nehmen und ihre christliche Identität zerstören.

Als dies misslang, ließ er sie einsperren und foltern.

Mit den Händen an einen Balken gehängt, sollen Agatha die Brüste mit einer Zange zerrissen, mit einer Fackel gebrannt und schließlich abgeschnitten worden sein.

In der Nacht wunderbar geheilt, wurde sie am folgenden Tag weiter gefoltert, worauf sie im Gefängnis gestorben sei.

Die Geschichte von der Heiligen Agatha erinnert an das Schicksal vieler
Frauen verfolgter Minderheiten, deren Feinde gezielt die Würde der Frauen
zu zerstören versuchen, um damit ihre ganze Gemeinde zu treffen.

Das betrifft Christinnen in Ägypten oder Libyen genauso wie die Jesidinnen in Syrien, die an Milizionäre des „Islamischen Staates“ als Sexsklavinnen verkauft werden:

Gewalt gegen Frauen als Mittel den Glauben ihrer Männer, Kinder, Familien und Gemeinden bis ins Mark zu treffen.

Der Legende nach geriet Quintianus übrigens bald nach Agathas Tod unter enormen politischen Druck in der Stadt und kam bei einem Sturz vom Pferd ums Leben.

Ein Jahr nach Agathas Bestattung soll ein Ausbruch des Ätna Catania bedroht haben. Die Bewohner sollen daraufhin in Erinnerung an Agathas Märtyrertod ihren Schleier dem heranflutenden Lavastrom entgegen getragen haben, der darauf zum Stillstand gekommen sei, so dass die Stadt vom Untergang bewahrt blieb.

Seitdem gilt Agatha auch in Gebieten Süddeutschlands als Schutzpatronin der Feuerwehren,aber auch der Ammen, Hirtinnen, Weber und Glockengießer sowie als Helferin gegen Brusterkrankungen und dann eben auch als Namenspatronin der St. Agatha Kirche Endersbach.

Quellen: Torsy/Kracht: der große Namenstagskalender,
2002; www.heiligenlexikon.de

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